Auf nach Slowenien

Aufmerksam geworden auf Slowenien bin ich durch Freunde und Bekannte. In meinem Freundeskreis sind einige Paddler und schwärmten mir schon oft vom Soča-Tal vor. Hinzu kam mein Vater, der häufig von seinen eigenen Kindheitsurlauben in Jugoslawien vorschwärmte: „So klares Wasser – der Wahnsinn“.

Durch die anhaltende Corona-Pandemie im Sommer 2020 und den damit massiv eingeschränkten weltweiten Reisebeschränkungen war zusätzlich schnell klar, dass der diesjährige Sommerurlaub in Europa stattfinden würde.

Die zusätzliche Recherche brachte die Orte Bled, Kobarid/ Bovec, Piran, Ljubljana sowie einige Abstecher entlang der Reiseroute auf den Plan. Insgesamt ging es somit für eine Woche im August 2020 nach Slowenien.


Reiseroute

Für meine Reise in Slowenien hatte ich im Vorfeld online einen Mietwagen reserviert. Mit diesem bin ich die folgende Route gefahren:

  • Flughafen Ljubljana (A)
  • Bled
  • Über den Vršičpass in das Soča-Tal nach
  • Kobarid
  • Piran
  • Ljubljana (B)
Meine Route für Slowenien – Karte von Openstreetmap

Anreise Slowenien

Mit dem Flugzeug ging es von Frankfurt nach Ljubljana (Flugzeit 1:10 Std.). Die Weiterreise erfolgte mit dem Mietwagen. Und ein tolles Geburtstags- Highlight war das kostenlose Upgrade vom Fiat Punto (ohne Klimaanlage und ohne Navi) auf einen Opel Astra (mit Klimaanlage und mit Navi). Slowenien mochte ich sofort.


Route und Sehenswürdigkeiten

Im folgenden Kapitel erzähle ich von meinen Stopps, den Highlights, Sehenswürdigkeiten und Ausflügen. Gestartet bin ich Bled, dann ging es über Sloweniens höchsten Pass (Julische Alpen) hinein in das Soča-Tal, nach Kobarid, weiter nach Piran und zum Abschluss nach Ljubljana, wo meine Reise leider endete.


Stopp 1: Bled

Bled ist der Name einer Gemeinde am Bleder See im nordwestlichen Teil Sloweniens – wenige Kilometer südlich der österreichischen Grenze und rund 50 km nordwestlich der Hauptstadt Ljubljana gelegen. Übernachtet habe ich eine Nacht im Dorm im Central Hostel Bled (18 €).


Sehenswürdigkeiten und Highlights in Bled

Die Bleder See Wassertemperatur liegt im Sommer bei ca. 25°C. Im Bleder See baden kann man im einzigen offiziellen Strandbad unterhalb des Burgfelsens. Es gibt entlang des Sees jedoch immer wieder Stellen, an denen man Zugang zum See hat. Am Bleder See wandern macht Spaß. Es gibt einen Rundweg um den See. 

Der Bleder See

Bled ist recht touristisch und auch die Slowenen selbst kommen am Wochenende gerne hierher. Bekannt ist Bled nicht nur für seinen See, sondern auch für die Cremeschnitte– ein ziemlich mächtiges Stück Kuchen mit Vanillecremefüllung.

Über dem Bleder See thront die Bleder Burg (slowenisch – Blejski grad) auf einem 130 m hohen Felsen im Landesinneren von Slowenien. Die mittelalterliche Burg gilt als die älteste Burg von Slowenien. Der Eintritt in die Burg kostet 11 Euro. Wer daran kein Interesse hat, für den lohnt sich der Aufstieg trotzdem – der Blick über Bled und den See ist eindrucksvoll.

Die Bleder Burg und Bled

Am Rande des wenige Kilometer entfernten Triglav Nationalpark – benannt nach dem höchsten Berg Sloweniens – liegt die Vintgar-Klamm. Diese zieht sich gut 1,5 Kilometer in den Nationalpark hinein und lässt von gut gesicherten Holzstegen aus atemberaubende Blicke auf das kristallklare Wasser des Flusses Radovna zu, der sich durch die felsige Gebirgslandschaft seinen Weg bahnt. Die Schlucht ist an heißen Sommertagen herrlich kühl und einen Halbtagesausflug definitiv wert! Der Eintritt in die Schlucht kostet 5 Euro. Aufgrund der Corona-Pandemie darf die Schlucht nur in eine Richtung betreten werden. Am Ende der Schlucht geht man über einige Treppen bergauf und läuft oberhalb der Schlucht zum Eingang zurück.

Die Vintgar-Klamm

Stopp 2: Über den Vršičpass in das Soča-Tal

Stopp 2 ist kein klassischer Stopp, da ich auf dem Weg ins Soča-Tal nicht für eine Übernachtung angehalten habe. Von Kranjska Gora nach Bovec fährt man ungefähr eine Stunde. Der Vršičpass ist mit einer Höhe von 1611 m und 50 Haarnadelkurven, der höchste Gebirgspass Sloweniens, der nördlichste Punkt ist Kranjska Gora und der südlichste Trenta im Soča-Tal. Meiner Meinung nach ist die Straße auch mit etwas Höhenangst gut zu meistern und belohnt an den vielen Wanderparkplätzen entlang der Strecke mit tollen Aussichten.

Eindrücke vom Triglav Nationalpark

Die Soča ist das smaragdgrünes Naturjuwel in Sloweniens Triglav Nationalpark und zählt zu den schönsten Flüssen Europas. Auf der Fahrt vom Vršičpass nach Bovec fließt die Soča beständig neben der Straße her und lädt zu Pausen ein. Im Soča-Tal selbst bieten sich Wasseraktivitäten an, ich selbst habe am Canyoning im Susec Canyon teilgenommen.

Eindrücke vom Soča-Tal

Stopp 3: Kobarid

Die Ortschaft Kobarid liegt im Westen von Slowenien, im oberen Teil des spektakulären Soča-Tals, und ist ein beliebtes Reiseziel für Outdoorbegeisterte. Zwei Nächte verbrachte ich in Kobarid. Für das Mehrbettzimmer im Premium Hostel Kobarid  habe ich ca. 54 € gezahlt.


Sehenswürdigkeiten und Highlights in Kobarid

Wandern und Klettern im umliegenden Gebirge und Wassersport im Wildwasser der Soča  zählen zu den Highlights dieser Region. Wunderschön und eines der Highlights der Region Soča ist der spektakuläre Kozjak Wasserfall. Er zählt zu den schönsten Wasserfällen in Slowenien, und eine Wanderung dorthin ist ein absolutes Muss. Vorbei an grünen Wiesen, weiter über eine schwindelerregende Holzhängebrücke und durch einen tiefen mystischen Wald mit hohen Felswänden, führt ein gemütlicher Fußmarsch Richtung Wasserfall. Angekommen in einer Halbhöhle, stürzt der rund 15 Meter hohe Kozjak Wasserfall in ein türkisblaues Becken, was eine eindrucksvolle Kulisse ergibt.

Kozjak Wasserfall

Eine der wohl bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Kobarid ist die 1750 erbaute Napoleonbrücke, die rund 900 Meter vom Stadtzentrum entfernt liegt. Die Geschichte dieser historischen Steinbrücke geht weit zurück, und so marschierten schon Napoleons Truppen von hier Richtung Predel. Im ersten Weltkrieg wurde die Brücke zerstört, später aber wieder aufgebaut. Heute ist sie einer der wichtigsten Attraktionen und bietet einen spektakulären Blick auf einen der wohl schönsten Flüsse der Welt, nämlich auf die wunderschöne smaragdblaue Soča.

Napoleonbrücke

Sehenswert und sehr interessant ist das italienische Beinhaus mit der Kirche St. Anton (Kostnica s Cerkvijo Sv. Antona), welches gleich in der Nähe von Kobarid, auf einer Höhe von 309 Metern liegt. Diese historische Sehenswürdigkeit wurde in Gedenken an die gefallenen italienischen Soldaten in Slowenien errichtet. Einzigartig ist hier die Architektur: Das Denkmal hat die Form eines Achtecks, welches sich mit 3 Kreisen in Richtung der Spitze verengt. Oben steht die Kirche St. Anton, welche aber schon vor dem Beinhaus, im 17. Jahrhundert erbaut wurde.

Kirche St. Anton mit italienischem Beinhaus

Stopp 4: Piran

Von Kobarid ging es weiter an die Adria. Die Region Slowenische Adria ist eingebettet, im Norden vom italienischen Triest und im Süden von der kroatischen Riviera von Umag. Die Küste von Slowenien verläuft über etwa 46 km, von Ankaran an der Grenze zu Italien, bis zu den Salinen von Secovlje bei Portoroz an der Grenze zu Kroatien. In Piran habe ich zwei Nächte im Hostel Adriatic Piran  (58 €) übernachtet.


Sehenswürdigkeiten und Highlights auf dem Weg nach Piran und in Piran

Auf dem Weg zwischen Kobarid und Piran liegt Lipica, wo sich besonders für pferdebegeisterte Abenteurer ein etwas längerer Stopp lohnt. Immerhin wird im Gestüt Lipica die weltweit bekannte Pferderasse der weißen Lipizzaner gezüchtet. Das Gestüt kann für 16 Euro Eintritt besichtigt werden.

Lipizzaner in Lipica

Neben Bled ist auch Piran touristisch sehr erschlossen und genutzt. Das heißt: hier ist immer viel los. Als Entschädigung dafür wartet in Piran absolut liebenswerter, mediterraner Charme auf dich. Die Altstadt von Piran bietet verschiedene hübsche Sehenswürdigkeiten, wie z. B. den Tartini Platz. An der Uferpromenade sind viele nette Restaurants, die – klar – vor allem Fisch anbieten.

In Piran hast du außerdem die Möglichkeit im Meer zu baden. Einen richtigen Sandstrand gibt es hier allerdings nicht (es gibt nur Felsküste oder Steinstrände), aber es finden sich auf jeden Fall Ecken zur Abkühlung.

Piran

Stopp 4: Ljubljana

Ljubljana (in Deutschland eher bekannt als Laibach) hat seinen Namen vom Fluss Ljubljanica, der die Stadt quer durchzieht. Übernachtet habe ich zwei Nächte im Dorm im Most Hostel (29 €).


Sehenswürdigkeiten und Highlights auf dem Weg nach Ljubljana und in Ljubljana

Auf dem Weg nach dem Ljubljana liegen die Höhlen von Postojna und die Höhlenburg Predjama. Die Höhlen von Postojna, liegen in der Nähe der slowenischen Stadt Postojna. Dort befinden sich die zweitgrößten für Touristen erschlossenen Tropfsteinhöhlen der Welt. Das gesamte Höhlensystem ist 24 Kilometer lang. Der erschlossene und ganzjährig für den Tourismus geöffnete Teil umfasst 5 km, wovon die Besucher 3,5 km mit einem Zug zurücklegen.

Höhlen von Postojna

In der 123 Meter hohen senkrechten Felsenwand thront ein über 800 Jahre altes uneinnehmbares mittelalterliches Wunder. Hinter der größten Höhlenburg der Welt befindet sich ein Geflecht von geheimen Gängen, von denen aus sich der Ritter Erasmus von Predjama auf seine Raubüberfälle begab.

Höhlenburg Predjama

Zu den lohnenswerten Sehenswürdigkeiten in Ljubljana gehören unter anderem die drei Brücken im Zentrum der Altstadt, wo es überhaupt sehr viele Brunnen, Skulpturen und Kunstwerke zu bestaunen gibt. Es lohnt sich durchaus, in den zahlreichen Cafés am Flussufer eine Rast einzulegen und das österreichisch-mediterrane Flair der Stadt zu genießen. Außerdem führt ein Fußweg zur Burg, die hoch über Ljubljana thront und den Augen ein sehenswertes Panorama der Stadt bietet.

Eindrücke von Ljubljana

Dauer der Rundreise

Ich bin eine Woche im August 2020 durch Slowenien gereist und das ist meiner Meinung nach absolutes Minimum. Beim nächsten Mal würde ich zwei Wochen reisen und noch einen Abstecher nach Maribor machen oder länger im Soča-Tal verweilen.


Sicherheit in Slowenien

Ich habe mich zu jeder Zeit absolut sicher gefühlt. Ich halte es auf Reisen aber auch mit dem gesunden Menschenverstand: Wertsachen (Geld, Pass, Kamera) habe ich immer bei mir und spät abends laufe ich nicht alleine durch die Gegend, sondern gehe zusammen mit anderen Reisenden.


Essen und Trinken

Die slowenische Küche hat eine reichhaltige Auswahl zu bieten. Je nach Region ist sie unterschiedlich stark beeinflusst durch die österreichische, italienische und die ungarische Küche. So wird im östlichen Prekmurje gerne Gulasch gegessen, während in der Primorska-Region an der Küste häufig Fisch serviert wird.

Die Slowenen brauen ihr eigenes Bier: Union, Zlatorog und Laško sind die heimischen Marken. Nach Feierabend und am Wochenende wird dem pivo, wie der Gerstensaft hier heißt, gerne und eifrig zugesprochen. Nach einem üppigen Mahl tut etwas Hochprozentiges gut: Ein Obstbrand besänftigt den Magen. Beliebt ist der aus Zwetschgen gebrannte Slivovitz, aber auch Grappa und andere Obstbrände werden ausgeschenkt.

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