Anfang August ging es mit der Deutschen Bahn nach Königstein in der Sächsischen Schweiz, um dort das Wochenende mit Campen und Wandern zu verbringen. Die Anreise erfolgte bereits am Donnerstag und die Abreise am Sonntag, so dass ich drei Tage in der Sächsischen Schweiz  und einen Tag in Dresden sein konnte.


Übernachtung

Gezeltet habe ich auf dem Campingplatz Königstein direkt an der Elbe. Dieser Platz liegt strategisch perfekt, um all die tollen Sehenswürdigkeiten der Sächsischen Schweiz auch ohne Auto zu besuchen. Vom Campingplatz hat man eine fantastische Sicht auf die Elbe und die Festung Königstein, welche auf einem Hügel über Königstein thront.

Es gibt einen kleinen Shop, WLAN, Duschen, Toiletten, einen Waschraum, Parkplätze und zwei kleine Zeltwiesen sowie Stellplätze für Wohnwagen und Anhänger. Bezahlt habe ich 8€ pro Person und 6,50€ für das Zelt pro Nacht. Hinzu kommt noch eine Kurtaxe in Höhe von 1,20€ pro Nacht. Sogar frische Brötchen und Croissants gibt es morgens in dem kleinen Shop.

Tipp: Wenn man mit Bus oder Wohnmobil anreist, sollte der Stellplatz vorab gebucht werden. Zeltplätze bekommt man je nach Campingplatz auch spontan.

Mit der Bahn erreicht man innerhalb weniger Minuten von Königstein aus die Orte Rathen und Bad Schandau. Außerdem gibt es einen extra „Wanderbus“, der an diversen Startpunkten von Wanderrouten hält.


Tag 1: Ankunft am Donnerstag, Sonnenuntergang an der Bastei

Nach der Ankunft auf dem Zeltplatz, dem Zeltaufbau und der Erkundung des Ortes (wo ist der Supermarkt…), ging es bei 30 Grad Temperatur erst mal zum Abkühlen in die Elbe. Eine willkommene Abkühlung war es zwar, allerdings ist die Elbe offenbar nicht gerade für ihre Sauberkeit bekannt.

Beim Schwimmen in der Elbe bin ich mit zwei Frauen ins Gespräch gekommen (ein witziger Zufall war, dass die beiden aus den Nachbarlandkreisen meiner Stadt kommen). Die beiden wollten abends mit dem Auto Richtung Kurtort Rathen, um dort auf der Bastei den Sonnenuntergang zu genießen. Netterweise luden die beiden mich spontan ein sie zu begleiten.

Sonnenuntergang an der Bastei

Tag 2: Bastei, Schwedenlöcher und Polenztal

Vom Kurort Rathen startete am folgenden Tag meine erste Tageswanderung. Zunächst noch einmal hinauf zu einem der Highlights der Sächsischen Schweiz: Die Bastei mit der rund 76 Meter langen Basteibrücke, welche 1851 als Steinbrücke gebaut wurde (früher war hier eine Holzbrücke). Die Bastei liegt 200 Meter über der Elbe und dem Ort Rathen. Hier oben gibt es eine tolle Aussicht auf die vielen Felsen des Elbsandsteingebirges, die Elbe, die Umgebung und das üppig grüne Tal. Die Bastei gehört zu den beliebtesten Attraktionen der Region und jedes Jahr strömen laut Angaben der Sächsischen Zeitung mehr als 1,5 Millionen Besucher zur Bastei.

Die Bastei und die Basteibrücke sind das ganze Jahr über geöffnet und auch keinen Eintritt. Lediglich für die Felsenburg Neurathen müssen 2€ Eintritt gezahlt zahlen. Lohnt sich aber absolut!

Bastei und Basteibrücke

Die Tour führte weiter zu den Schwedenlöchern. Von der Bastei aus folgt man dem blauen Wanderweg, welcher direkt zum Einstieg in die Schwedenlöcher führt. Vorher kann einen kleiner Abstecher zur Wehlsteinaussicht und zur Pavillonaussicht machen. Der Abstieg zu den Schwedenlöchern durch eine klammartige Felsenschlucht hat mehr als 700 Stufen. Aber keine Sorge, man geht diese Stufen nur hinab und nicht hinauf. Sollte die Wanderung andersherum führen, wird es schweißtreibend bei gut 300 Metern Höhenunterschied zur Bastei.

In der Schlucht gibt ein paar Stellen, wo man kleine Höhlen durchqueren muss, welche durch umgestürzte Felsen entstanden sind. In den Nischen der Schlucht haben sich die Einheimischen während des Dreißigjährigen Krieges vor den Schweden in Sicherheit gebracht. Daher auch die Bezeichnung „Schwedenlöcher“.

Schwedenlöcher

Im nächsten Abschnitt der Wanderung wird der Amselsee passiert. Dieser 500 Meter lange See wurde früher zur Eisgewinnung und Fischzucht genutzt. Heute ist der See ein Erholungsgebiet für Einheimische und Touristen.

Die Wanderroute führt weiter durch die Wolfsschlucht  bei der Stadt Hohnstein. Direkt von der Steinbrücke aus beginnt der Abstieg in die Wolfsschlucht. 114 m führt eine Treppe über eine tiefe Spalte ins Polenztal.

Wolfsschlucht

Der Polenztalweg ist im Gegensatz zur Wolfsschlucht ein sehr gemütlicher Wanderweg, der keinerlei Probleme bereitet. Er führt die ganze Zeit direkt an der Polenz entlang. Am Wegweiser in Richtung Rathen biegt man jedoch ab und wandert den Weg rechts hoch – ab diesem Punkt entfernt man sich vom Fluss.

Polenztal

Zurück in Rathen kann in einen Biergarten eingekehrt werden oder gemütlich einen Kaffee getrunken werden. Eis und Souvenirs gibt es ebenfalls.


Tag 3: Obere Schleuse & Kahnfahrt, Wilde Hölle und Schrammsteine

Am zweiten Tag meines Kurzurlaubes ging es nach Hinterhermsdorf um dort eine Kahnfahrt auf der Oberen Schleuse zu unternehmen. Von der Bushaltestelle aus wandert man ca. eine Stunde durch den Wald, ehe die obere Schleuse erreicht wird. Die Bootsfahrt führt durch die romantische Kirnitzschklamm (Grenze zwischen Deutschland und Tschechien) und gehört zu den Highlights in der Sächsischen Schweiz.

Die einfache Fahrt kostet 7€ pro Person. Öffnungszeiten: von Ostern – 31. Oktober täglich 9:30 – 16 Uhr.

An der Unteren Schleuse verlässt man die Boote wieder und wandert rund eineinhalb Stunden zurück zur Bushaltestelle.

Kahnfahrt Obere Schleuse

Für die zweite Wanderung an diesem Tag ging es mit dem Wanderbus von Hinterhermsdorf nach Beuthenfall. Von Beuthenfall führt die Wanderung ca. dreieinhalb Stunden Richtung Schrammsteine und Bad Schandau. Auf dieser Wanderung lohnt sich ein Abstecher durch die „Wilde Hölle“. Dabei handelt es sich um eine Stiege durch eine felsige Schlucht. Auf dem Weg geht es über große Baumwurzeln, riesige Steine, Leitern, Steigeisen und Haltegriffe, welche an die Felsen angebracht wurden.

Die Wilde Hölle

Die Wanderung zu den Schrammsteinen ist ein weiteres Highlight in der Sächsischen Schweiz. Die zerklüftete Felsformation befindet sich ganz in der Nähe von Bad Schandau. Die Aussichten von der Plattform sind gigantisch und entschädigen den anstrengenden Weg nach oben.

Schrammsteinaussicht

Der Weg von den Schrammsteinen Richtung in Postelwitz führt über viele Leitern und Stufen. Zur Belohnung für die müden Füße gibt es in Postelwitz ein Kneipp-Wasserbecken mit herrlich kühlem Wasser. Am Zulauf kann man auch seine Wasserflaschen auffüllen.


Tag 4: Dresden

Den letzten Tag meines Kurzurlaubs verbrachte ich in Dresden. In Dresden lohnen sich bei einem Tageausflug besonders die folgenden Sehenswürdigkeiten:

1) Frauenkirche

Die Frauenkirche ist gemeinsam mit der Semperoper (siehe Punkt 2) wohl das bekannteste Wahrzeichen und Bauwerk Dresdens. Ihre Geschichte reicht schon tausend Jahre zurück, der berühmte Sakralbau selbst stammte allerdings aus dem 18. Jahrhundert und wurde zwischen 1726 und 1743 nach einem Entwurf von George Bähr erbaut. Am 13. Februar 1945 begann mit einem verheerenden Luftangriff auf Dresden der Anfang vom (vorläufigen) Ende der Frauenkirche: das brennende Gebäude hielt zwar zunächst scheinbar den Attacken stand, stürzte jedoch zwei Tage später durch die enorme Hitze doch noch fast komplett ein.

2) Semperoper

Die weltbekannte Semperoper ist natürlich ein Fixpunkt, wenn man in Dresden ist. Das markante, von Gottfried Semper geplante Gebäude wurde von 1871 bis 1878 errichtet und ist der zweite Opernbau vor Ort – der erste, ebenfalls von Semper entworfen, wurde bei einem Brand zerstört. Die Oper musste im Zweiten Weltkrieg allerdings dasselbe Schicksal wie die Frauenkirche erleiden und wurde vollkommen zerstört. 40 Jahre später erfolgte am 13. Februar 1985 die feierliche Wiedereröffnung.

3) Residenzschloss

Das Residenzschloss ist eines der ältesten Gebäude Dresdens und durch seine Dimensionen schwer zu übersehen. Die Ursprünge gehen auf das 16. Jahrhundert zurück – im Zweiten Weltkrieg folgten dann, wie auch bei vielen anderen Gebäuden in der Stadt, schwere Schäden durch Luftangriffe. Beim erneuten Aufbau danach wurde auf die verschiedenen Grundriss- und Fassadenentwürfe der vergangenen Jahrhunderte Rücksicht genommen und das Schloss deshalb nicht in der Ursprungsversion vor dem Krieg wiederhergestellt. Architektonisch ist ein Großteil des Residenzschlosses im Renaissancestil gehalten, es finden sich aber auch zahlreiche andere Stilrichtungen von Romantik bis Historismus.

4) Das Historische Grüne Gewölbe

Im Schloss sind gleich fünf Museen untergebracht. Das Historische Grüne Gewölbe ist eigentlich ein begehbarer Tresor mit zahlreichen Exponaten ohne Vitrinen, wie man es nur selten erlebt. Nicht nur sind die ausgestellten Schätze unglaublich schön anzusehen, zusätzlich versprühen auch die Räume selbst ein prunkvolles Flair. Das Fotografieren im Historische Grüne Gewölbe ist verboten. Außerdem dürfen nur maximal 100 Personen gleichzeitig in die Räume, wodurch es Sinn macht, die Tickets schon vorab für ein bestimmtes Zeitfenster auf der Webseite skd.museum zu kaufen (EUR 14,-).

5) Zwinger

Beim Zwinger handelt es sich um einen riesigen Gebäudekomplex unweit der Semperoper. Der gefährlich klingende Name wurde im Mittelalter für Festungsanlagen verwendet, die zwischen der äußeren und inneren Burgmauer liegen. Eine militärische Funktion hatte der ab 1709 erbaute Zwinger allerdings nie – vielmehr ist er eine Mischung aus barocker Architektur, Plastiken, Springbrunnen, Gartenanlagen und Malereien.

6) Fürstenzug

Eine visuelle Attraktion, die sogar kostenlos zu bestaunen ist, findet sich neben der Hofkirche und dem Residenzschloss in der Augustusstraße. Der sogenannte Fürstenzug ist ein 102 Meter langes Wandbild aus ca. 23.000 Fliesen aus Meißner Porzellan. Es gilt damit als weltgrößtes Porzellanwandbild und stellt die Ahnengalerie von 34 Markgrafen, Herzögen, Kurfürsten und Königen dar, die zwischen 1127 und 1873 in Sachsen herrschten. Abends mit Beleuchtung wirkt das goldgelb gehaltene Kunstwerk vor tiefblauem Himmel gleich noch intensiver. Achtet auch auf die liebevoll ausgestalteten Details, die sich zwischen den Pferden und Menschen im Bild verstecken!

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