3 Tage Istanbul – Sehenswürdigkeiten und Tipps
Auf nach Istanbul
Die beeindruckende und faszinierende Metropole Istanbul liegt am Nordufer des Marmarameeres, zwischen dem Schwarzen Meer und dem Mittelmeer.
Durch die Meerenge des Bosporus, wird die Stadt in den europäischen und den asiatischen Teil geteilt. Hier treffen Okzident und Orient aufeinander. Die Silhouette wird von den weltberühmten Kuppeln und Türmen geprägt.
Istanbul ist voll von Geschichte und Leben. Bereits 660 v. Chr. wurde die Stadt unter dem Namen Byzantion gegründet und durch die 2600jährige Geschichte geprägt. Unter Kaiser Konstantin I. wurde die Stadt als Constantinopolis zur Hauptstadt des Römischen Reiches und unter den Osmanen zum islamischen Istanbul.
Die Bauten reichen von der griechisch-römischen Antike, über das mittelalterliche Byzanz, bis zur neuzeitlichen Moderne. Viele Paläste, zahlreiche Moscheen, Kirchen und Synagogen können bewundert werden.
Als Goldenes Horn, wird die nach Westen verlaufende Bosporus-Bucht bezeichnet. Es trennt den europäischen Teil in einen südlichen und nördlichen Bereich.
Südlich zwischen Marmarameer und Goldenem Horn liegt die Halbinsel mit dem historischen Kern. Die historische Altstadt wurde natürlich von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Nördlich davon liegen die an das historische Galata und Pera anschließenden Stadtteile.
Im Südosten kann man die zu Istanbul gehörenden Prinzeninseln besuchen.
Anreise Istanbul
Istanbul verfügt über zwei Flughäfen. Auf der asiatischen Seite liegt der Flughafen Istanbul-Sabiha Gökçen (SAW) und auf der europäischen Seite liegt seit 2018 der Flughafen Istanbul (IST). Ich bin per Direktflug von Hannover nach Istanbul-Sabiha Gökçen geflogen. Mein Rückflug ging ebenfalls von diesem Flughafen per Direktflug nach Rom.
Vom Flughafen fährt ein Shuttle-Bus alle 30 Minuten Richtung Taksim-Platz auf der europäischen Seite. Während der Fahrt überquert man daher die Bosporus-Brücke. Die Fahrt kostet umgerechnet etwa 3 € und das Ticket wird während der Fahrt beim Kontrolleur gelöst.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten (Blaue Moschee, Topkapi-Palast, Hagia Sophia) befinden sich auf der europäischen Seite im heutigen Viertel Sultanahmet. Um vom Taksim-Platz nach Sultanahmet zu kommen, bleiben zwei Möglichkeiten:
- Mit der Tram T1 für ungefähr einen Euro ca. 6 Minuten zum Bahnhof Sirkeci fahren
- Zu Fuß ca. 45 Minuten (3,4 km) gehen. Vorbei geht es dabei am Galata-Turm, wo man gegebenenfalls einen Aussichtsstopp einlegen kann.
Tag 1: Ankunft – Galata-Turm, Galata-Brücke, Free Walking-Tour und Seemauer
Ich habe mich für den Fußweg vom Taksim-Platz nach Sultanahmet entschieden. Dabei bin ich am Galata-Turm vorbei gelaufen. Allerdings habe ich mich gegen die Aussichtsplattform auf dem 68 Meter hohen Turm entschieden, da mir die Warteschlange am Fahrstuhl entschieden zu lang war. Daher ging es weiter zur Galata-Brücke, die eine besondere Atmosphäre bietet. Hunderte Fischer stehen auf beiden Seiten der Brücke und lassen ihre Angelschnüre tief in das Wasser hängen.



Nach der Ankunft im Hostel habe ich an einer Free-Walking-Tour teilgenommen. Wer das Prinzip noch nicht kennt, dem sei es kurz erklärt: Bei Free-Walking-Touren spaziert man zusammen mit einer Gruppe und einer einheimischen Person ca. zwei Stunden durch die Stadt. Die einheimische Person stoppt dabei immer wieder und erzählt Wissenswertes über die Stadt. Die Informationen können dabei historisch, modern und manchmal auch unnütz sein. Häufig macht genau diese Mischung die Führung so interessant. Am Ende der Tour entscheidet jede/r Teilnehmer/in, was er oder sie für die Führung als Trinkgeld geben kann und möchte.
Ich habe an dieser Tour teilgenommen:
https://www.freetour.com/istanbul/free-tour-in-istanbul
Treffpunkt: Sultanahmet Brunnen zwischen Hagia Sophia und Blauer Moschee. Wer also zu früh am Treffpunkt ist, kann noch ausgiebig Fotos machen!
Spoileralarm: Mit der Tour besucht man die kostenlose Philoxenos-Zisterne. Kleiner, aber auch nicht so überlaufen, wie die Yerebatan-Zisterne (Cisterna Basilica).

Am Nachmittag bin ich an der Seemauer spazieren gegangen. Von dort hat man einen beeindruckenden Blick auf die Skyline der asiatischen Seite Istanbuls.
Tag 2: Hagia Sophia, Archäologisches Museum, Großer Basar und Süleymaniye-Moschee
Bei der Planung seiner Besuche sollte man die Öffnungszeiten berücksichtigen, da insbesondere in der Winterzeit (bis Ende April) die Sehenswürdigkeiten an einigen Wochentagen geschlossen sind:
Topkapi Palast (Dienstags geschlossen) von 9:00 – 17:00 letzter Eintritt 16:00
Hagia Sophia (Montags geschlossen) von 9:00 – 17:00 letzter Eintritt 16:00
Chora Kirche (Mittwochs geschlossen),
Mosaic Museum von 9:00 – 17:00 letzter Eintritt 16:30
Dolmabahce Palast (Montags und Donnerstags geschlossen) von 9:00 bis 17:00 letzter Eintritt 16:30
Archäologisches Museum (Montags geschlossen) von 9:00 – 17:00 letzter Eintritt 16:00
Yerebatan Zisterne (tägl. geöffnet) von 9:00 – 19:00 letzter Eintritt 18:30
Am Eingang zur Hagia Sophia habe ich ein Kombiticket für die Hagia Sophia, den Topkapi-Palast und das Archäologische Museum für umgerechnet 27 Euro gekauft.
Die Hagia Sophia oder Sophienkirche ist eine von 532 bis 537 n. Chr. erbaute ehemalige byzantinische Kirche, die später eine Moschee wurde udn heute als Museum genutzt wird. Besonders der Besuch der oberen Galerie lohnt sich, da man der der beeindruckenden Kuppel so noch ein Stück näher kommt.


Das Archäologische Museum Istanbul wurde 1891 als zentrales archäologisches Museum des Osmanischen Reiches in Konstantinopel gegründet und ist heute das größte und bedeutendste archäologische Museum der Türkei. Das bekannteste Einzelobjekt des Museums ist der sogenannte Alexandersarkophag aus dem 4. Jahrhundert v. Chr., der 1887 vom Museumsgründer Osman Hamdi Bey in Sidon (Libanon) ausgegraben wurde.
Der Kapalı Çarşı, im Deutschen „Großer Basar“ oder „Großer gedeckter Basar“ genannt, ist ein Geschäftsviertel und erstreckt sich über 31.000 m² mit ca. 4.000 Geschäften. Die Geschäfte sind nach Branchen sortiert (bspw. Gold, Teppiche, Bücher).
Die Süleymaniye-Moschee ist eine der großen Moscheen in İstanbul. Sie wurde im Auftrag von Sultan Süleyman dem Prächtigen in einer sehr kurzen Bauzeit zwischen den Jahren 1550 und 1557 erbaut und ist ein wichtiges Werk des Architekten Sinan.

Tipp: Wer leichten Hunger verspürt sollte in eines der um die Süleymaniye-Moschee liegenden Restaurants gehen. Von den Dachterrassen hat man einen tollen Blick über das Goldene Horn.

Tag 3: Blaue Moschee, Topkapi Palast, Basilica Zisterne und Ägyptischer Basar
Die Sultan-Ahmed-Moschee in Istanbul wurde 1609 von Sultan Ahmed I. in Auftrag gegeben und bis 1616, ein Jahr vor dem Tod des Sultans, vom Sinan-Schüler Mehmet Ağa erbaut. Nach der Säkularisation der kaum 500 Meter entfernten Hagia Sophia ist sie heute Istanbuls Hauptmoschee und ein Hauptwerk der osmanischen Architektur. In Europa kennt man sie als Blaue Moschee wegen ihres Reichtums an blau-weißen Fliesen, die die Kuppel und den oberen Teil der Mauern zieren.


Der Topkapı-Palast in Istanbul, im Deutschen auch Topkapi-Palast oder Topkapi-Serail, war jahrhundertelang der Wohn- und Regierungssitz der Sultane sowie das Verwaltungszentrum des Osmanischen Reiches. Der Löffelmacher Diamant (Kasikci Elmasi) ist einer der berühmtesten Ausstellungsstücke im Topkapi Palast. Mit seinen 86 Karat gehört er zu den 15 größten Diamanten der Erde.
Cisterna Basilica (Yerebatan Sarnıcı) Die Yerebatan Zisterne, auch wegen ihres türkischen Namens „Versunkener Palast“ genannt, ist ein Wasserreservoir aus der Spätantike. Die Anlage befindet sich westlich der Hagia Sophia und ist eine beeindruckende Sehenswürdigkeit, die die Stadt zu bieten hat. Durch den James-Bond-Film Liebesgrüße aus Moskau, in dem eine Szene in der Zisterne spielt, wurde die Anlage weiter bekannt. Und auch Dan Browns Inferno mit Tom Hanks in der Hauptrolle spielte in der unterirdische Zisterne.

Immer der Nase entlang! Der Ägyptische Basar, auch Gewürzbasar genannt, ist bekannt für sein Meer an Düften und Farben. Der orientalische Gewürzmarkt befindet sich am Eminönü Platz, gleich rechts der Neuen Moschee, von der sie bis heute ein wichtiger Teil geblieben ist.
Der Bau des Basars wurde Mitte des 17. Jahrhunderts unter Sultan Mehmet III. begonnen und von dem Architekten Mustafa Ağa im Auftrag der Mutter des Sultans Mehmet IV., Hatice Turhan, beendet. Die Ladenmieten fließen seit der Errichtung des Basars in den Unterhalt der Moschee und ihre sozialen Einrichtungen.
Den Namen trägt der Ägyptische Basar aufgrund der Waren, insbesondere der Gewürze, die damals aus Ägypten kamen und hier verkauft wurden. Auch wurde das Gebäude ursprünglich mit Steuern auf ägyptische Importwaren finanziert. Ein großer Teil der noch etwa 100 Läden bestehen aus traditionellen Gewürzhändlern.
Unterkunft in Istanbul
Übernachtet habe ich im Erenler Hotel & Hostel für insgesamt 24 €. Die Lage ist super. Von dort sind es nur ca. 5 Gehminuten zur Hagia Sophia und dem Topkapi-Palast.
Sicherheit in Istanbul
Ich habe mich zu jeder Zeit absolut sicher gefühlt. Ich halte es auf Reisen aber auch mit dem gesunden Menschenverstand: Wertsachen (Geld, Pass, Kamera) habe ich immer bei mir und spät abends laufe ich nicht alleine durch die Gegend, sondern gehe zusammen mit anderen Reisenden.
Essen und Trinken
Sehr beliebt sind Köfte. Köfte sind meist kräftig gewürzte, gebratene, gebackene oder gegrillte Hackfleischbällchen, -röllchen oder -fladen, vor allem aus Lamm oder Rind, Für mich als Pescetarierin eher ein schwieriges Thema. Dafür gibt es rund um die Galata-Brücke sehr viele Fischgerichte im Angebot. Besonders beliebt ist das Fisch-Sandwich. Beim Thema Nachtisch und Süßigkeiten macht den Türken keiner etwas vor – Baklava, Revani, etc gibt es hier an jeder Ecke.
3 wichtige Dinge fürs Gepäck
Packe als Frau auf jeden Fall eine Schal oder Tuch ein für den Besuch von Moscheen, denn ohne Kopfbedeckung dürfen diese nicht betreten werden. Zwar kann man sich Tücher ausleihen, aber mit dem eigenen Schal oder Tuch fühlt man sich häufig wohler. Außerdem empfehle ich Schuhe, in die du leicht und schnell hineinkommst. Bei jedem Moschee-Besuch heißt es nämlich auch „Schuhe ausziehen“ und spätestens ab der dritten Moschee nervt aufwendiges Schuhe binden. Die offizielle Währung heißt übrigens Türkische Lira (TRY). 10 TRY entsprechen ungefähr 1,53 €.