Aktivitäten für ein Wochenende in Tallinn

Die estnische Hauptstadt Tallinn liegt an der Nordküste des Landes, direkt am Finnischen Meerbusen und besitzt eine Küstenlinie von etwa 50 Kilometern.

Tallinn, deren Name so viel wie „dänische Stadt“ bedeutet, ist das politische, kulturelle und wirtschaftliche Zentrum von Estland. 2011 war Tallinn zusammen mit der finnischen Stadt Turku die Kulturhauptstadt Europas. Bis zum 24. Februar 1918 hieß Tallinn amtlich Reval, ein im deutschsprachigen Raum auch danach noch gebräuchlicher Name.

Die Stadt umfasst eine Fläche von circa 160 Quadratkilometern, auf der fast eine halbe Million Menschen leben. Sie ist ein gutes Beispiel für eine mittelalterliche nordeuropäische Handelsstadt und wird daher als „mittelalterliche Perle Europas“ bezeichnet.



Persönliche Empfehlung

Ich habe natürlich auch in Tallinn wieder ein Free-Walking-Tour gemacht… Ich kann die Tales of Reval Immersion Tour absolut empfehlen. Während bei anderen Touren viele Jahreszahlen und Namen erzählt werden, geht es bei den Tales of Reval um Geschichten. Diese werden sehr anschaulich erzählt und bleiben im Gedächtnis.

Top-Sehenswürdigkeiten in Tallinn

Altstadt mit Stadtmauer

Die berühmte mittelalterliche Altstadt von Tallinn befindet sich unterhalb des Domberges. Etwa 80 Prozent der Gebäude und Kopfsteinpflasterstraßen stammen aus dem 11. Jahrhundert, weshalb die Altstadt 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde.

Die Altstadt zeichnet sich durch enge, verschlungene Gassen, Türmen der Stadtmauer, mittelalterlichen Märkte und halb versteckten Innenhöfe aus. Mit den farbenfrohen Giebelhäusern und dem Aussichtsplateau ist die Altstadt eine der meist besuchten Touristenattraktionen Tallinns.

Das Plateau auf dem Domberg ist auch ein beliebter Treffpunkt, auf dem sich Ihnen ein wunderschöner Blick auf die ganze Stadt, die weitere estnische Landschaft und die Ostsee bietet. Gerade abends, wenn die Sonne untergeht, werden die Türme der Unterstadt in ein romantisches Licht getaucht.

Die Altstadt umgibt eine Stadtmauer, die zu einer der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört. Die Mauer wurde Ende des 13. Jahrhunderts gebaut. Sie ist noch fast zwei Kilometer lang, besitzt 26 Türme sowie zahlreiche Bastionen und ist eine der besterhaltenen mittelalterlichen Befestigungsanlagen in Europa. Der bekannteste Turm ist die „Dicke Margarethe“ im Osten der Altstadt mit einem Durchmesser von ungefähr 25 Metern. Früher wurden in diesem Turm Waffen gelagert, heute beheimatet er das Seefahrtmuseum.


St. Nikolaikirche

Die St. Nikolaikirche liegt am Fuße des Dombergs in der Nähe des Rathausplatzes und ist ein Wahrzeichen der Stadt. Die spätgotische Steinkirche stammt aus dem 13. Jahrhundert und ist Teil des estnischen Kunstmuseums. Sie ist damit eine der wenigen Kirchen Europas, die auch als Museum genutzt wird.

Die Kunstsammlung umfasst wichtige mittelalterliche estnische Kunstwerke, wie das bekannte Fragment des „Tanz des Todes“ vom Lübecker Maler Bernt Notke, einem der größten mittelalterlichen Künstler des Nordens.


Rathaus mit Vorplatz

Das Tallinner Rathaus wurde im 15. Jahrhundert errichtet und bildet das Zentrum der Altstadt. Es ist das einzige Rathaus in Nordeuropa, das noch im spätgotischen Stil erhalten ist. Die 64 Meter hohe Turmspitze schmückt seit 1530 die Figur des Stadtknechts „Vana Toomas“ (Alter Thomas), der Wächter der Stadt und Wahrzeichen zugleich ist.

Der Rathausplatz ist von detailreichen Kaufmannshäusern und schönen alten Bauwerken umgeben. Im Haus Nr. 11 befindet sich mit der Ratsapotheke eine der ältesten Apotheken Europas, die noch aus dem 15. Jahrhundert stammt. Heutzutage gibt es neben der in Betrieb befindlichen Apotheke ein Museum, dort wird über die Geschichte und über mittelalterliche Heilmethoden informiert.


Domkirche

Die Domkirche befindet sich auf dem Domberg am Kirchplatz und ist der Heiligen Jungfrau Maria geweiht. Sie wurde 1219 gebaut und ist damit eine der ältesten Kirchen der Stadt. Damit war sie zugleich die erste christliche Kirche aus dem estnischen Festland überhaupt.

Die dreischiffige Basilika wurde immer wieder umgestaltet und weist unterschiedliche architektonische Stile auf, die von estnischer Kalksteingotik bis hin zu Barock reichen. Der gewölbte Hauptteil wurde im 14. Jahrhundert geschaffen, während der 69 Meter hohe Glockenturm erst viel später dazu gebaut wurde. Dieser Turm kann bestiegen werden.


Alexander-Newski-Kathedrale

Die Alexander-Newski-Kathedrale wurde auf Befehl des Zar Alexander III: zwischen 1894 und 1900 erbaut. Der auf einem Hügel stehende neobyzantinische Bau ist die größte orthodoxe Kirche des Landes und ein Sinnbild der Russifizierung Estlands. Sie ist dem Prinzen von Nowgorod, Alexander Yaroslavitz Newski gewidmet,.

Die Kathedrale ist durch ihre fünf Zwiebeltürme und die rot-weiße Fassade schon von weitem sichtbar. Das Interieur ist äußerst prunkvoll gestaltet und zeigt zahlreiche Mosaike und Ikonen sowie wunderschöne Glasmalereien. Im Turm befindet sich mit elf Glocken das mächtigste Glocken-Ensemble Tallinns, dessen Klänge vor jedem Gebet ertönen. Die größte Glocke wiegt stolze 15 Tonnen.

Bei einem Besuch der Kathedrale sollten Frauen darauf achten, ihre Haare zu als Zeichen des Respekts zu bedecken.


Bastionsgänge

Die Bastionsgänge sind eine Sehenswürdigkeit der besonderen Art, denn sie bieten eine Einführung in das mittelalterliche Tallinn. Die zahlreichen geheimnisvollen Gänge der Erdfestungen Tallinns wurden zusammen mit den Bastionen im 17. und 18. Jahrhundert gebaut. Ziel war es, die Soldaten und Munition sowie andere Ausrüstung vor dem Feind verdeckt zu platzieren.

Die eineinhalb Kilometer langen Bastionsgänge sind über das Museum Kiek in de Kök zu besichtigen.


Kreativcampus Telliskivi

Zum Trend-Viertel in einem ehemaligen Fabrikgelände im Westen der Altstadt von Tallinn gehören Restaurants, Ausstellungen, Cafes, Bars, Galerien, Wände für Straßenkunst und Locations für Events.

Im Kreativcampus finden mehr als 500 Kulturevents im Jahr statt. Dadurch ist fast täglich etwas los. Jeden Samstag gibt es außerdem einen Flohmarkt. 

Zum Areal gehört auch die Tallinner Niederlassung des Fotografiska, einem Museum im Backsteinbau eines ehemaligem Zollhauses, mit Ausstellungen zeitgenössischer Fotografie.

Bei einem Spaziergang durch das Viertel lassen sich von internationalen Künstlern gestaltete Graffiti-Straßenkunst und der nahe gelegenen Balti Jaama Turg Markt besichtigen.


Patarei Gefängnis

Im Zentrum der Stadt Tallinn an der Küste des finnischen Meerbusens befindet sich ein Ort finsterer Geschichte – die Seefestung und das ehemalige Gefängnis Patarei.

Im Zweiten Weltkrieg war Patarei ein Konzentrationslager im Nationalsozialismus. Nach dem Zweiten Weltkriegs war Patarei einer der zentralen Orte der Ermordung, Folter und Deportierung von zehntausenden Esten im kommunistischen Regime der Sowjetunion. 

Alleine unter Stalin wurden 70.000 Esten ermordet, eingesperrt oder nach Sibirien deportiert. Das sind rund 6 % der gesamten damaligen estnischen Bevölkerung. Jeder vierte Insasse in den harten sozialistischen Arbeitslagern in Sibirien, den Gulags, kam ums leben.

Zu den Häftlingen in Patarei gehörten Freiheitskämpfer gegen Nazis aus dem Zweiten Weltkrieg, Regimekritiker, politische Häftlinge, ihre Familienmitglieder und der bekannteste estnische Schriftsteller, Jaan Kross.

Heute ist das Patarei Gefängnis ein Kulturzentrum und Museum.  


Balti Jaama Turg 

Die Markthalle Balti Jaama Turg steht zwischen dem Kreativcampus Telliskivi und der Altstadt von Tallinn.

Darin lassen sich auf drei Stockwerken über 300 Händler mit typischen estnischen Frischwaren, Stände mit Street-Food, Antiquitäten, Souvenirs, ein normaler Supermarkt, Blumen, Cafes, Kleidung, Trödel und alle möglichen anderen Dingen finden. 

Die Markthalle ist ein guter Ort für eine Kleinigkeit zum Essen gleich außerhalb der Stadt und für die Suche nach einem individuellen Andenken von einer Städtereise nach Tallinn.


Olaikirche

Der Turm der Olaikirche ist der markanteste Punkt im Zentrum von Tallinn und einer der besten Aussichtspunkte auf die Altstadt mit dem Domberg. 

Früher soll der gigantische Kirchenturm 159 m hoch gewesen sein. Seine Höhe war angeblich als Orientierung für Schiffe gedacht. Die Zahl ist aber umstritten. Sicher ist, dass der Turm mehrmals zu einem Blitzableiter mit den darauf folgenden Bränden wurde. Heute ist der Turm 124 m hoch.


Hast Du weitere Insidertipps für einen Städtetrip nach Tallinn? Dann schreib sie gerne unten in die Kommentare! Ich freue mich.

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